"Unerhört!", regte sich Gerd Gebhard, Vorsitzender des deutschen Phonoverbandes (IFPI) lautstark auf und witterte kriminelle Machenschaften. Denn das, was der öffentlich-rechtliche SWR am 5. Februar in seiner Mittagssendung für Senioren und Hausfrauen in die deutschen Wohnstuben trug, passte dem Interessenverband der Musikindustrie so ganz und gar nicht ins Konzept.

"Der Südwestrundfunk zeigt im Fernsehprogramm, wie man Musik im Internet klaut", erklärte der Verbandsvorsitzende und forderte den SWR auf, "solche Sendungen zu unterlassen und künftig sorgfältiger mit Handlungsanleitungen umzugehen, die Straftaten voraussetzen."

Der deutsche Phonoverband warnt nicht nur, er hat auch eine Broschüre über "Richtlinien zum Umgang mit urheberrechtlich geschützten Werken und zur IT-Sicherheit" herausgebracht. In dieser Broschüre gibt er Unternehmern und Behördenleitern konkrete Tipps, wie man Filesharing im Betrieb zukünftig unterbinden könne. Die Verbandsbroschüre schlägt zum Beispiel in jedem Unternehmen die Einsetzung eines Copyright-Beauftragten vor. Dieser solle dafür sorgen, dass die Betriebs-PCs von allen Tauschprogrammen gereinigt würden. Musikdateien seien gefährliche Speicherplatzfresser, deren Download Bandbreite koste und deren Speicherung illegal sei. Deshalb sollten alle Festplatten regelmäßig auf illegale Musik- und Filmdateien hin überprüft werden. Ausreden der Mitarbeiter, es handele sich um Privatkopien, seien rigoros zu ignorieren. Der legale Ursprung der Datei müsse in jedem Einzelfall nachgewiesen werden. Daneben enthält die Broschüre des Phonoverbandes Mustervorlagen, mit denen sich die Mitarbeiter per Unterschrift verpflichten sollen, keine Downloads mehr zu machen.

Armer Opa Hans! All diese Fakten hatte Enkel Henry ihm verschwiegen. Und dem Phonoverband wird nach dieser Sendung wohl gar nichts anderes übrig bleiben, als seine Warnbroschüre so schnell wie möglich auch an alle Altersheime zu verschicken.
Quellen:
pressetext.deutschland
mp3-world.net
ifpi.de
